PferdeMenschen

Jana mit neugierigem SpiritJana mit neugierigem SpiritShaidaShaida - einer meiner Lieblinge - sehr neugierig -
Pferde - es gibt keine Überschrift, die kurz und knapp ausdrückt, was uns diese Tiere bedeuten:
Sie sind für uns Lehrer, Spiegel, Erzieher, Freunde, Kinder, Fitness - Trainer, Freude-Schenker, Spaßvögel, die uns zum Lachen bringen - alles in einem.

Pferde sind Gebärdensprachler - gut das ist nichts Neues.

Pferde lesen aus unserer Mimik - auch nichts, was einem Pferdemenschen entgeht.

Pferde sind die empathischsten Wesen neben dem Menschen – wirklich? Ja wirklich!

 

Empathie heißt nichts anderes, als dass diese Empfindung einen befähigt, Emotionen und Gefühle bei sich und seinem Gegenüber wahrzunehmen, sie folgerichtig einzuordnen und entsprechend zu reagieren! Das bedeutet, Pferde haben ein sehr großes Spektrum an Emotionen und Gefühlen! Und es bedeutet auch noch: sie nehmen uns wahr, meist schneller als wir uns selbst !

Wurde 2014 in einer Langzeitstudie verkündet. Wer sich ernsthaft mit Pferden auseinandersetzt, ahnte das zumindest schon – ohne Studie.

Die Frage ist, wenn das alles denn so klar ist, warum funktioniert es trotzdem nicht zwischen Mensch und Tier?

Menschen haben immer mehr die Fähigkeit der Selbstreflexion verloren. Das Körperbewusstsein ist nahezu bei null. Die Fähigkeit mehrere Dinge gleichzeitig wahrzunehmen ist verloren gegangen. Zum Beispiel die eigene Atmung zu beobachten, den Blick weit machen ( nicht auf einen Punkt gerichtet ), gleichzeitig wahrzunehmen, dass das Pferd hinten außen abhuft, meine Hilfe im richtigen Moment zu geben, dabei locker zu bleiben und das Pferd nicht behindern.
Du bist auch der Meinung, dass das ein bisschen viel auf einmal ist? Das ist eines der Probleme, das Pferde mit uns haben. Da kommt aber noch etwas dazu: das Pferd fühlt und es redet dann mit uns, um uns zu zeigen, was gerade in ihm vorgeht. Manchmal fragt es uns auch, was mit uns gerade los ist, weil es unsere Aktionen nicht versteht.

Gabriele mit SpiritGabriele mit SpiritAn dieser Stelle haben die meisten von euch schon gemerkt, dass es bei uns nicht um „Schleifchen ernten“ geht. Stimmt. Uns geht es um das Miteinander und Wachsen am und mit dem Pferd. Das Miteinander bedeutet auf keinen Fall, dass ich reiten muss. Auch nicht, dass sich ein Pferd rentieren muss. Dass es nur bleiben darf, wenn es rittig genug ist. Es heißt auch nicht, dass ich keine Schleifchen holen darf – es sollte eben als Ergebnis aus dem richtigen Miteinander mit dem Pferd sein.

IsabellaIsabella, Bardigiano-Stute, Eurocheval 2008Pferde sind unsere besten Lehrer – das ist kein abgehobenes Geschwätz, sondern genau das, was es ist: die Wahrheit. Ein bester Lehrer kann aber nur ein solcher sein, wenn man ihm zuhört. Und da geht es los: die Sprache, die ein Pferd spricht, wird von den allermeisten Pferdebesitzern gar nicht verstanden.
Pferde sind, wenn man sie einmal verstanden hat, ein Geschenk. Sie sparen mir die Therapie auf der Couch, helfen, meine Defizite zu erkennen und gegebenenfalls diese Lücken zu füllen. Sie zeigen mir auch meine Grenzen, die ich dann akzeptieren oder auch überwinden kann.

Pferde sinIsabella LuftballonIsabella beim Luftballon zertretend perfekt, bis der Mensch kommt und meint, er müsse aus dem Pferd etwas machen, es formen, wie auch immer. Ich bin der Überzeugung - und die Arbeit mit Mensch und Pferd zeigt dies auch, dass in der Beziehung Pferd - Mensch ausschließlich der Mensch lernen muss, und dass Pferde aufgrund unseres Lernvorgangs selbst eine Veränderung erfahren. Das Resultat ist, dass Pferde sich dann auf die unglaublichsten Dinge einlassen, selbstbewusst und mutig sind und dann auch mit Freude und Eifer mitmachen. Das ist das Geschenk für unsere Arbeit an uns selbst.

Pferde sind unglaublich kompliziert, das mag man sicher denken, wenn man sich die Rubrik „Wer bist du Pferd“ durchliest. Aber sie sind nie so kompliziert wie wir Menschen, da bin ich sicher. Wir müssen allerdings ganz genau hinsehen, um dieses Wesen zu begreifen. Und dies mit wachen Augen, einem klaren analytischen Verstand und was noch wichtiger ist: mit einem liebenden Herz und gutem Bauchgefühl !

 

Gabriele mit ChacoteyGabriele mit ChacoteyOhne den Aspekt der Liebe nutzt einem alle Technik und alles Wissen nichts.
Schon zwischen uns Zweibeinern ist die Definition für das Wort Liebe, so vielfältig, wie die Menschen sind. Wie gestaltet sich denn dann die „Liebe zum Pferd“? Die meisten weiblichen Pferdebesitzer verwechseln Liebe zum Pferd mit einer Kombination von ungünstigen Verhaltensweisen: sie betüddeln, sind inkonsequent, finden immer Gründe dafür, warum ihr Pferd sich so daneben benimmt und reduzieren sich dann auch noch auf die Funktion eines Futterautomaten, indem sie das Knuffen und Scharren des doch so hungrigen Pferdes mit Leckerlis u.ä. belohnen.
Das führt auf keinen Fall zu einem harmonischen Miteinander!

Wenn man liebt, sucht man immer das Beste für den anderen, bemüht sich um Verstehen, um das Verstanden werden und stellt sich und seinen Ego hinten an. Beim Lernen mit unseren Pferden sind wir alle bestimmt immer „auf dem Weg“ - niemals am Ziel. Das eine Mal ist etwas für unser Pferd nicht stimmig, ein anderes Mal hat der Mensch schlechtere Voraussetzungen für das Ineinander aufgehen und das Erspüren. Die Liebe zum Pferd bringt mich dazu, zuerst mein Tun und Handeln, meine Erwartungen und Empfindungen zu hinterfragen. Die Ursache für nicht gewollte Ergebnisse immer bei mir zu suchen, nie beim Pferd. Erst, wenn mir das gelingt, dann und zwar nur dann kann ich vom höchsten Glück der Erde sprechen!

Spirit auf der WieseSpirit auf der Wiese

 

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